Das Unterbewusstsein

 

"Je bewusster uns wird,

wie unbewusst wir eigentlich sind,

desto weniger unbewusst werden wir sein."

 

 

Kennst Du das? „Ich kann noch so oft denken, dass ich gesund und glücklich bin. Ich bin trotzdem noch depressiv.“ 

 

Dass Dich Deine Gedanken nicht einfach so heilen können, liegt daran, dass es, wie schon erwähnt, nicht nur das Bewusstsein, sondern auch das Unterbewusstsein gibt. 

 

Die Wissenschaft hat erkannt, dass wir nur etwa 5 % des Tages unseren bewussten, kreativen, schöpferischen Verstand benutzen. Du hast bestimmt schon einmal das Bild mit dem Eisberg gesehen, der nur mit seiner Spitze aus dem Wasser ragt. Die Spitze des Eisberges erleben wir bewusst. Hier sehen wir unser Leben wie es ist, unsere berufliche Situation, unsere finanzielle Situation, unsere Freundschaften, unsere Beziehungen, unsere aktiven Handlungen etc. Der riesige Berg unter dem Wasser ist unser Unterbewusstsein. Hier sind unsere inneren Überzeugungen, unsere Bewertung von unseren Erlebnissen, Verletzungen aus der Vergangenheit, das, was wir wirklich über die Welt, das Leben, über andere Menschen und über uns selbst denken. Der untere Teil des Eisberges ist zwar im ersten Moment nicht sichtbar für uns. Doch Dein Leben, wie Du es an der Spitze des Eisberges siehts, ist eine Abbildung dieses unteren Teils des Eisberges. Dein Leben, wie es ist, baut auf dem auf, was unten "unsichtbar" ist.  

 

Wenn Du Dir nun bewusst Deine positiven Affirmationen sagst, wie zum Beispiel: "Ich bin gesund. Ich bin glücklich. Ich bin erfüllt.", dann geschieht das in Deinem Bewusstsein. Doch in Dein Bewusstsein fließen auch immer die unbewussten inneren Überzeugungen, Glaubenssätze und Deine Bewertung von der Welt mit hinein. Da das Unterbewusstsein viel stärker mitschwingt, als Du momentan an Deine positiven Affirmationen glaubst, kommt in Dir sofort der (unbewusste) Zweifel hoch, dass die positiven Affirmationen, die Du sagst, überhaupt nicht stimmen. Deine ursprüngliche Überzeugung und die Tatsache, dass Du vielleicht tatsächlich schon lange krank, oder eben nicht erfüllt und glücklich in Deinem Leben bist, funken Dir ständig dazwischen, wenn Du mit bewussten, positiven Gedanken versuchst, Dein Leben zu verändern. Das Leben, das wir führen, rührt also nicht aus dem, was wir wollen, sondern aus unserem Unterbewusstsein. Unsere unterbewussten Programme drängeln sich, oft auch auf der Ebene des Gefühls, immerzu dazwischen, wenn wir versuchen über positives Denken unser Leben zu verändern. 

 

Um fruchtbar mit einer Affirmation arbeiten zu können, ist es sinnvoll sich zuerst einmal bezüglich der Affirmation, die man sich ausgesucht hat, zu ent-zweifeln. Das bedeutet, Du solltest Dir zuerst einmal Beweise dafür suchen, dass die Affirmation, die Du Dir sagst, auch wirklich stimmt. Das kannst Du so machen, dass Du, wenn Du als Affirmation z.B. wählst: „Ich bin gesund.“, gedanklich einmal Deinen ganzen Körper durchgehst, und feststellst, was da alles Gesundes an Dir dran ist. Die Krankheit, die wir haben, betrifft meistens nur einen kleinen Teil unseres Körpers, erscheint uns häufig aber viel mächtiger. Gesundheit ist in der Regel viel mehr an uns dran. Und dann hättest Du den Beweis: „Ja. Ich bin (auch) gesund.“ Oder wenn Du Dir die Affirmation: „Ich bin erfüllt.“ aussuchst, Du aber in Deinem momentanem Leben alles andere als erfüllt bist, weil Du z.B. keine Beziehung hast, Dir aber eine wünschst, oder weil Du finanziell sehr schlecht da stehst, vielleicht sogar Schulden hast. Dann kannst Du Dir einmal alles aufschreien, was momentan in Deinem Leben tatsächlich schon da ist.  

  • Was hast Du? Was besitzt Du?

  • Welche Menschen, Tiere oder Dinge sind in Deinem Leben?

  • Welche Eigenschaften und Talente hast Du?

  • Wofür bist Du dankbar in Deinem Leben? 

Dann hast Du den Beweis: „Ja. Ich bin in meinem Leben durchaus (auch) erfüllt.“ Wenn Du z.B. als Affirmation gewählt hast: „Ich bin ruhig und gelassen.“, weil Du es gerne sein möchtest, es momentan aber noch nicht bist, dann kannst Du so vorgehen, dass Du Dir morgens vornimmst: „Heute übe ich mich einmal in Ruhe und Gelassenheit.“ Und dies dann auch ganz aktiv tagsüber machst. Und abends hast Du dann vielleicht den Beweis: „Ja. Ich kann auch ruhig und gelassen sein.“ Es bring Dir nicht viel, wenn Du Dir irgendwelche Affirmationen vorsagst, aber überhaupt nicht danach lebst. 

Was hält Dich auf?

Meistens sind es genau diese (unbewussten) Zweifel, die uns davon abhalten, tatsächlich die Ärmel hoch zu krempeln und an der Realisierung unserer Wünsche zu arbeiten.

 

Kennst Du das, dass Du tausend Ideen im Kopf hast, es aber immer nur schaffst davon zu träumen und einfach nicht ins Handeln zu kommen? Irgendetwas hält Dich auf. Da ist tief in Dir etwas, dass Dich immer wieder blockiert. Auch diese Blockade basiert aus den Erfahrungen Deiner Vergangenheit. Wer als Kind erfahren hat, er sei nicht gut genug, er sei zu schwach, zu klein, nicht liebenswert genug etc., der denkt dies unbewusst als Erwachsener immer noch.

 

Diese alten, handlungsblockierenden Überzeugungen stecken tief in Deinen Zellen. Genau diese eingespeicherten Programme werden sich auch auf Dein restliches Leben auswirken. Es sei denn, Du beginnst Dich umzuprogrammieren und Dich der Möglichkeit zu öffnen, dass Heilung oder die Veränderung Deines Seinstzustandes für Dich möglich ist. 

 

Denn heute bist Du nicht mehr zu klein oder zu schwach. Heute bist Du groß und kannst alles tun, was Du möchtest. Da ist keiner mehr, der Dich aufhält, nur noch eine alte Blockade, die sich aus Überzeugungen und Wahrnehmungen gebildet hat, die mit der Realität nichts zu tun hat. (Mehr dazu im nächsten Kapitel.

 

Lass die Angst los und mache Dinge, die Du in Gedanken schon lange tun wolltest. Du bist der einzige Mensch, der für Dich und Dein Handeln verantwortlich ist. Mit Dingen, die Du Dich traust, baust Du wahnsinnig viel Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl auf. Wenn Du einmal damit anfängst, eine Sache zu machen, vor der Du Dich eigentlich (unbewusst) fürchtest, wird das Deine Selbstsicherheit enorm puschen. 

 


Coachingübung 1: Was möchtest Du nicht mehr?

Damit Du Dir ganz klar darüber wirst, was Du eigentlich wirklich willst im Leben, ist es wichtig, Dich einmal damit zu beschäftigen, was Du nicht mehr möchtest. 

 

Was möchtest Du nicht mehr? 

  • Was möchtest Du nicht mehr in Deinem Leben?

  • Was möchtest Du nicht mehr erdulden?
  • Was möchtest Du beenden?
  • Welche Gedanken möchtest Du nicht mehr denken?
  • Wie möchtest Du Dich nicht mehr fühlen?

  • Wozu bist Du nicht mehr bereit?

  • Was möchtest Du in den verschiedenen Lebensbereichen nicht mehr?

  • Kannst Du Dich von Dingen abgrenzen, die Du nicht möchtest? 

Freundschaft/Familie

Beziehung/Sexualität

Beruf/Karriere

Fitness/Gesundheit

Freizeit/Hobbys/Vergnügen

Zuhause/räumliche Umgebung/Wohnort

Wohlstand/Finanzen

Liebe/Seelenfrieden/Sinn/Spiritualität

  

Beispiele:

  • Welche Beziehungen möchtest Du nicht mehr?
  • Welche Sorgen möchtest Du nicht mehr?

  • Welche Arbeitsbedingungen möchtest Du nicht mehr?

  • Wie möchtest Du nicht mehr wohnen? 

Schreibe Dir alles auf, was Du in den verschiedenen Lebensbereichen nicht mehr möchtest.  


Coachingübung 2: "Ich bin halt so!" - Wirklich?

 

"Ich bin ist die stärkste schöpferische Aussage im Universum. Alles was nach ich bin folgt, wird sich zu Deinem Sein manifestieren."

Neale Donald Walsch

Wir sind in unseren Aussagen, wer wir sind oft unbewusst und unbedacht. Deshalb stellen wir unsere „Ich bin halt so.“ überhaupt nicht in Frage, sondern nehmen diese als die absolute Wahrheit an. 

  1. Welche: "Ich bin halt so." sind momentan in Deinem System abgespeichert, die der Erschaffung Deines Wunschlebens nicht dienen sind?
  2. Wer sagt, dass Du wirklich so bist?
  3. Bist Du vielleicht nur so, weil Du glaubst es zu sein?
  4. Welchen Vorteil haben Deine aktuellen „Ich bin halt so!“-Überzeugungen für Dich? Was wird dadurch für Dich möglich?
  5. Was wird dadurch erschwert? 

Beispiele zu 1: 

a) Ich bin nun mal vergesslich. Das war schon immer so.

b) Ich bin unsportlich. Das war ich schon immer.

c) Ich bin halt einfach nicht kreativ. Das war ich noch nie.

d) Ich bin unpünktlich.

e) Ich bin nicht konsequent. 

 

Beispiele zu 2:

a) Mein Vater: Das habe ich Dir doch schon tausend mal gesagt.

b) Mein Bruder war schon immer das Sport-Ass in der Familie.

c) Meine beste Note im Kunstunterricht war eine 3.

d) Meine Eltern haben mich immer erst auf den letzten Drücker zur Bushaltestelle gefahren. Oft war der Bus schon weg. 

e) Ich will es allen recht machen und verzettel mich dann.

 

Beispiele zu 3 und 4:

a) Ich muss mich nicht an Abmachungen halten.

b) Es macht auch Spaß, faul zu sein und zu chillen.

c) Ich kann in meiner Komfortzone bleiben. 

d) und e) Ich brauche keine Verantwortung zu übernehmen.

 

Beispiele zu 5:

a) Oft erreiche ich meine Ziele nicht.

b) Ich fühle mich nicht wohl in meiner Haut.

c) Damit wird erschwert, etwas für mich Spannendes, Inspirierendes und Erfüllendes zu finden.

d) Damit verpasse ich gute Chancen, Begegnungen und Gelegenheiten. 

e) Damit bringe ich Vieles nicht zu Ende.

 

Konzentriere Dich bitte bei Deiner Selbstbeobachtung in den nächsten Tagen ganz gezielt auf Deine „Ich bin“-Überzeugungen und beantworte die o.g. Fragen schriftlich.

 

Diese Übung kannst Du sehr gerne auch mit Deinen „Ich kann nicht... Ich habe nicht....“ oder ähnlichen Aussagen über Dich machen.

 

Beispiele:

Ich kann mir nichts merken.

Ich habe keine Disziplin.

Ich kann mich nicht motivieren.

Ich kann mir nichts leisten.


Coachingübung 3: Überprüfe Deine Affirmationen

Arbeitest Du bereits mit positiven Affirmationen? Welche Affirmationen hast Du Dir ausgesucht?

 

Es gibt einen Grund, warum Du Dir genau diese Sätze ausgesucht hast. Mit dieser Übung wollen wir uns auf Ursachenforschung machen.

 

Nimm Dir jede einzelne Affirmation vor und überprüfe, warum Du Dir genau diese Affirmation ausgesucht hast. Frage Dich hierfür, warum Du etwas möchtest.

 

Beispiel:

Ich bin erfüllt. 

  • Warum willst Du erfüllt sein? Vielleicht weil Du Angst vor Leere hast?
  • Warum hast Du Angst vor Leere? Was verbindest Du mit diesem Zustand? 

Ich gehe in Freude und Leichtigkeit durch mein Leben.

  • Warum möchtest Du freudvoll und leicht durch Dein Leben gehen? Vielleicht weil Du Angst vor Traurigkeit und Schwere hast?
  • Warum hast Du Angst vor diesen Gefühlen? Warum lehnst Du diese Gefühle ab?

Wichtig:

Alles, wogegen wir einen heftigen Widerstand verspüren, alles was wir extrem ablehnen, alles wovor wir große Angst haben, verstärkt sich! Erst durch die Annahme dessen, was wir ablehnen, erst durch die Aufgabe des Widerstands in uns, verliert es an Kraft und somit an Macht über uns. Das Leben ist wie es ist. Das Leben ist vielfältig und wird immer aus Höhen und Tiefen bestehen. So ist das Leben. Wenn wir uns gegen diese Tatsache wehren, entsteht in uns ein Widerstand, der uns Kraft raubt, der uns einengt, der uns blockiert. Die Annahme des Lebens, wie es ist, ist der Weg in die Freiheit.


Aufgabe 1:  Nutze die Kraft Deines Atems

Wie geht es Dir mit Deinen bewussten Atemzügen? Schaffst Du es, Dich immer mal wieder zu Dir zurück zu holen und für ein paar Minuten tief durchzuatmen?

 

Dein Atem ist mit das wichtigste Tool, um Dich schnell zur Ruhe zu bringen.

 

Wenn Du merkst, dass Du in einen aufgewühlten Zustand gerätst, dann mache Deinen ganzen Körper locker und atme bewusst extra tief ein und aus. Atme vier Sekunden lang ein, halte kurz inne und atme vier Sekunden lang aus. Atme tief in Deinen Bauch ein, so dass sich Dein Bauch nach vorne wölbt. Bei der Ausatmung zieht sich Dein Bauch wieder nach innen. Zähle während der Einatmung innerlich bis vier, halte eine Sekunde vor der Ausatmung inne und zähle bei der Ausatmung innerlich bis vier. Mache das ganze etwa zwei Minuten lang und beobachte, wie Du mit jedem Atemzug innerlich ruhiger wirst.


Aufgabe 2: Kurble bewusst Deine Glückshormonausschüttung an

Baue diese kleine Übung in Deine tägliche Routine mit ein. Mache sie am besten gleich in der Früh und immer, wenn Du Glückshormone brauchst. 

 

Diese Übung wird Dir wahrscheinlich erst einmal komisch vorkommen, aber ich verspreche Dir, sie hilft. 

 

Lache über Dein ganzes Gesicht und beginne zu hüpfen. Wirf Deine Arme in die Luft und fange an zu jubeln und zu lachen was das Zeug hält, auch wenn Du Dir dabei total komisch vorkommst. Bewege Dich so, als hättest Du den absoluten Hauptgewinn gemacht. Drehe Dich im Kreis, klatsche in die Hände, laufe auf der Stelle, mache den Hampelmann und lache, lache, lache. Mit diesen Handlungen trickst Du Deinen Körper aus und er wird anfangen, Glückshormone auszuschütten. Und genau die brauchen wir, um ein freudiges Gefühl zu Deiner Gewohnheit werden zu lassen.

 

Tipp:

Einfacher geht diese Übung, wenn Du ein positives, lebensbejahendes Lied abspielst, während Du jubelst. Lade Dir hierfür am Besten den Song auf Dein Handy, dann hast Du ihn immer direkt griffbereit.

 

Alternative:

Wenn Du nicht jubeln möchtest, dann kannst Du stattdessen auch zu einem positiven Gute-Laune-Lied tanzen.


Update Deiner täglichen Routinen


Affirmation als Handyhintergrund


Zusammenfassung:

  • 5 % sind unser bewusster, kreativer, schöpferischer Verstand.
  • 95 % werden von unseren unterbewussten Programmen gesteuert.
  • Unser Leben ist ein Ausdruck unser alten Überzeugungen, Wahrnehmungen und Glaubenssätze.
  • Du bist der einzige Mensch, der für Dich und Dein Handeln verantwortlich ist.