Die Gefühle

  

"Gefühle, sind die chemischen Folgen vergangener Ereignisse

und eine Energie, die das Leben spürbar macht."

 

 

 

Unsere Gefühle lassen uns das Leben empfinden und sind elementar für unseren Zustand.

Was ist ein Gefühl eigentlich genau?

Ein Gefühl ist eine Gemütsbewegung, die durch einen Reiz, der seinen Ursprung in unseren Sinnesorganen hat, ausgelöst wird. Ein Gefühl wird sozusagen ausgelöst, wenn wir etwas über unsere Sinnesorganen wahrnehmen, also wenn wir irgendetwas sehen, hören, riechen, schmecken oder über unsere Haut spüren. Diese Wahrnehmung kann bewusst oder unbewusst geschehen. 

 

Gefühle entstehen aber nicht nur dann, wenn wir im Außen etwas mit unseren Sinnesorganen wahrnehmen, sondern auch dann, wenn wir uns mit unseren Gedanken etwas vorstellen. Genau das passiert zum Beispiel auch bei einem Alptraum. Du wachst nachts schweißgebadet und mit hämmerndem Herzen auf, obwohl Du mit Deinen Sinnen im Außen überhaupt nichts wahrgenommen hast. Hier lief alles in Dir ab. 

 

Ein Gefühl geht immer mit der Ausschüttung bestimmter Hormone und Botenstoffe einher. Der Vorgang kann in etwa so beschrieben werden:

 

> Wir nehmen etwas wahr

> es entsteht ein Reiz

> Hormone werden ausgeschüttet

> das Gefühl wird empfunden.

  

Gefühle sind einerseits angeboren und können andererseits aber auch erlernt werden. Wir übernehmen z.B., wenn wir klein sind, zum Teil auch die Gefühlsmuster unserer Eltern. Wenn z.B. Deine Mutter eine extreme Angst vor Spinnen hat und Du das als kleines Kind immer wieder mitbekommen hast, dann kann es durchaus sein, dass Du auch Angst vor Spinnen hast.

 

Doch obwohl Gefühle, wie z.B. Angst, Trauer, Freude, Schuld oder Scham angeboren sind, werden sie von jeden Menschen in unterschiedlichen Situationen ganz unterschiedlich empfunden. Jeder Mensch hat seine ganz eigene individuelle Gefühlswelt. Bei dem einen kommen Glücksgefühle hoch, wenn er ein bestimmtes Lied hört oder einen bestimmten Geruch riecht oder etwas Bestimmtes sieht. Und ein anderer lehnt genau dieses Lied, diesen Geruch oder dieses Bild ab. Deshalb ist es wahrscheinlich manchmal so schwer sich in andere Menschen wirklich einzufühlen.

 

Dass jeder Mensch seine ganz persönliche Gefühlswelt hat, liegt daran, weil ein Gefühl immer auch mit einer bestimmten Erfahrung oder Erinnerung aus der Vergangenheit verknüpft ist. Das heißt, eigentlich ist ein Gefühl, dass in Dir hoch kommt, eine Art Verknüpfung zu einer Erinnerung an eine Situation, die das Gefühl früher schon einmal in Dir ausgelöst hat. Wenn Du zum Beispiel als Kind von einem Hund gebissen wurdest und damals ein Gefühl der Angst in Dir hoch kam, kann die spätere Begegnung mit Hunden genau dieses alte Gefühl wieder in Dir hochkommen lassen. Auch wenn die aktuelle Begegnung vielleicht ganz anders abläuft als früher. Das heißt, der Hund kommt vielleicht schwanzwedelnd auf Dich zu und hat überhaupt keine Absicht Dich zu beißen, aber Deine Erfahrung von Früher lässt trotzdem Dein altes Gefühl der Angst in Dir hochkommen. Das alte Erlebnis aus Deiner Kindheit hat das Gefühl der Angst in Dir abgespeichert, um Dich zukünftig zu warnen, dass Dir so etwas nicht noch einmal passiert. Um sozusagen vorzubeugen, dass Dich nochmal ein Hund beißen könnte. Dein System möchte in diesem Fall, dass Du schon einmal die Angst in Dir spürst, um dann weglaufen zu können. Das ist von der Natur so gemacht, um uns vor möglichen Gefahren zu schützen und unser Leben zu erhalten. 

 

Das macht es auch so schwer, unsere Gefühle manchmal wirklich richtig zu verstehen. Denn unseren Gefühlen geht es nicht immer nur um unser Wohlbefinden. Das Gefühl dient auch immer unserem Überleben. In diesem Fall ist es dem Gefühl sogar egal, ob wir darunter leiden, oder nicht. Denn wenn man ständig Angst vor Hunden hat, dann ist das ja eigentlich kein guter Zustand. Und trotzdem möchte das Gefühl uns schützen. Hier können wir aber auch unseren Verstand einschalten und lernen: Nicht jeder Hund ist Gefahr. 

 

Die Situation mit dem Hund erklärt sehr gut, warum eigentlich so viele Menschen Angst vor ihren Gefühlen haben. Weil sie in Wirklichkeit vor der Erinnerung Angst haben, die damals das ursprüngliche Gefühl ausgelöst hat. Aber an die alten Ereignisse zu dem Gefühl kann man sich rational oft gar nicht mehr erinnern. Was bleibt ist das Gefühl dazu, dass uns immer wieder im Leben begegnet, also immer wieder in bestimmten Situationen in unserem Leben in uns hoch kommt. Es ist also gar nicht das Gefühl vor dem wir Angst haben müssen. Wenn wir dieses Gefühl in uns zulassen und damit abfließen lassen könnten, dann würde sich auch die Angst dazu auflösen und damit wäre die alte Erinnerung verarbeitet. Meiner Meinung nach funktioniert nach diesem Konstrukt unsere gesamte Gefühlswelt. Das Leben präsentiert uns immer wieder Situationen, die Gefühle in uns auslösen, die wir früher schon einmal gespürt haben und damals vielleicht verdrängt haben. Mit jeder neuen Situation in unserem Leben wird das Gefühl verstärkt und wir verdrängen es immer mehr, weil die Angst davor in uns immer größer wird. Deshalb ist meiner Meinung nach der Ausdruck „Höre auf Dein Gefühl“ nicht richtig. Der Ausdruck sollte viel mehr lauten: Erkenne Dein Gefühl. Wenn wir in der Situation mit dem Hund auf unser Gefühl hören würden, dann würden wir wohl unser Leben lang vor Hunden davon laufen. Das kann nicht Sinn und Zweck sein. Hier sollten wir das Gefühl mit Hilfe unseres Verstandes erkennen und uns klar werden, ob dieses alte Gefühl in der heutigen Situation noch angemessen ist.

  

Wenn uns die Ängste unserer Kindheit im Erwachsenenalter begegnen, dann sollten wir also auf jeden Fall immer genauer hinsehen. Denn die Erfahrungen, die wir als Kinder gemacht haben, würden wir heute als Erwachsene bestimmt ganz anders machen. Gerade wenn ein Gefühl der Angst in uns hochkommt, dann sollten wir uns die Frage stellen:

  • Müssen wir davor heute wirklich noch Angst haben oder können wir daran arbeiten diese Angst loszulassen?
Wenn wir unsere Gefühle immer besser beobachten und genau darauf achten, welche Auslöser eigentlich welche Gefühle in uns wecken, dann werden wir erkennen, dass die Gefühle oft mit der aktuellen Situation wenig zu tun haben. Gerade bei den zwischenmenschlichen Erfahrungen haben wir es oft mit alten Gefühlen zu tun, die durch die aktuelle Situation nur ausgelöst werden, aber ursprünglich ganz woanders her kommen.

Was ist die Aufgabe von unseren Gefühlen?

Ein Gefühl kannst Du Dir in etwa wie einen Boten vorstellen, der eine überlebenswichtige Nachricht für Dich hat. Der Auftrag von diesem Boten ist es, Dir seine Nachricht zu überbringen, egal was auch passiert. Und dieser Bote nimmt seinen Job verdammt ernst. Seine Nachricht an Dich zu übermitteln, steht für ihn über allem. Denn bei dieser Nachricht geht es um Dein Leben. Und die meisten Menschen schlagen dem Boten die Türe direkt vor der Nase zu oder machen die Türe erst gar nicht auf. 

 

Unsere Gefühle möchten uns immer etwas mitteilen. Doch oft lassen wir sie einfach nicht zu uns vordringen, verdrängen, unterdrücken oder ignorieren sie. Viele unserer Krankheiten entstehen, glaube ich, genau aus dieser konsequenten Verdrängung der Botschaften unserer Gefühle, die überlebenswichtig für uns wären. Das Gefühl hat den Auftrag uns eine Botschaft zu überbringen. Eine Botschaft, die wichtig für unser Leben ist. Und zwar auch indem Sinn wichtig für unser Leben, weil wir zum Beispiel ein Leben führen, dass überhaupt nichts mit unseren eigenen Bedürfnissen, Fähigkeiten oder Eigenschaften zu tun hat. Oder weil wir vielleicht ein Leben wählen, dass wir selbst überhaupt nicht gestalten. Ein Leben, dass nur sehr wenig oder sogar überhaupt nichts mit unserem eigentlichen Zweck hier auf der Erde zu tun hat. Das Gefühl möchte uns eigentlich ständig darauf hinweisen, dass in unserem Leben irgendetwas nicht stimmt und wird dabei immer penetranter. Doch wir ignorieren es. 

 

Wenn man über viele Jahre seine Emotionen verdrängt und unterdrückt, dann kommt es im Körper irgendwann zu Energiestaus. Denn Emotionen sind Energie in Bewegung und diese Energie möchte fließen. Energie löst sich nicht einfach in Luft auf. Die Energiestaus in unserem Körper können so mächtig werden, dass sie sich irgendwann sogar als körperliche oder seelische Krankheiten ausdrücken. 

 

Die Endstufe des richtigen Umgangs mit unseren Gefühlen ist der, dass ein Gefühl kommt, seine Botschaft übermittelt, wir nehmen es wahr, schalten unseren Verstand ein, erkennen die Botschaft und handeln dementsprechend. Und innerhalb kurzer Zeit verschwindet das Gefühl wieder, denn damit hat es seinen Job erledigt. Bis zum nächsten Auftrag. 

 

In einer depressiven Phase ist unsere Gefühlswelt ziemlich aus der Bahn geworfen und unsere Boten arbeiten nicht mehr richtig für uns. Wenn Du depressiv bist, dann merkst Du wahrscheinlich selbst, dass Dein Gefühlsleben eher reduziert, grau und eingedämmt ist und außer Depressivität nicht mehr viele verschiedene Gefühle zu Dir kommen. Das liegt daran, weil ein Gefühl immer mit der Ausschüttung bestimmter Hormone und Botenstoffe einhergeht, unser Hormonhaushalt aber durch die Depression durcheinandergeraten ist. 

Der Seinszustand

Der Seinszustand ist ein immerwährender, aber durchaus auch veränderbarer Zustand, den wir bewusst oder unbewusst gewählt haben zu leben. In den allermeisten Fällen haben wir ihn unbewusst gewählt zu leben. Denn wer möchte sich denn schon bewusst einen Seinszustand von zum Beispiel eher Negativität und Depressivität erschaffen? Wir könnten uns auch einen Seinszustand von Frieden und Liebe in uns erschaffen und uns friedlich und voller Liebe fühlen. Dann kommen aber natürlich auch alle anderen Gefühle weiterhin zu uns. Denn die machen weiterhin ihren Job, überbringen ihre Botschaft und verschwinden dann wieder. Das immerwährende Grundgefühl ist der Seinszustand. Es kann ein Grundgefühl der Freude, des Friedens und der Liebe in uns sein, genauso wie ein Grundgefühl der Schuld, Angst oder Trauer. (Siehe hierzu die Bewusstseinsskala von Hawkins.) Beim Seinszustand geht es nicht darum, immer super glücklich zu sein, nur noch lachend durch die Welt zu laufen und alles toll und schön zu finden und gar keine anderen Gefühle mehr zu empfinden. Der ideale Zustand ist ein Grundzustand der Freude, der Liebe und des Friedens und dazu diese Offenheit, alle anderen Gefühle anzunehmen, wahrzunehmen, die Botschaft zu erkennen, dementsprechend zu handeln und das Gefühl wieder ziehen zu lassen. Und dann wieder in den Grundzustand, den wir uns wünschen, zurückzukehren. Wir haben die Fähigkeit uns den Zustand zu erschaffen, den wir uns wünschen. Wir müssen nicht in einem negativen und depressiven Seinszustand leben. Es liegt in unserer eigenen Entscheidung, welchen Zustand wir wählen möchten. 

 

Kommen wir noch einmal zu der Erkenntnis zurück, dass unsere Gefühle eine Reaktion auf unsere Wahrnehmung sind. 

 

Permanente Traurigkeit oder Angstgefühle und über lange Zeit andauernde depressive Verstimmungen sind häufig das Produkt permanenter negativer Vorstellungen. Es sei denn, Du lebst in einer realen Situation, in der Du von Außen permanent Situationen ausgesetzt bist, die Dich in Traurigkeit, Angst und Schrecken versetzen. 

 

Die entscheidenden Fragen lauten also: 

  • Passt Dein Gefühl zu Deiner Lebenssituation?

  • Ist vielleicht ein Gefühl ganz unbewusst zu Deinem Seinszustand geworden?

Wenn Du zum Beispiel negativ über Dich und Dein Leben denkst, Dir immer über irgendetwas Sorgen machst, Angst vor der Zukunft hast, Dich häufig aufregst, dann kommt es zwangsläufig zu einer übertriebenen Ausschüttung bestimmter Stresshormone. Diese Hormone dienen eigentlich dazu, uns schnell in eine kurzfristigen Kampf- oder Flucht-Reaktion zu bringen. Während der Kampf- oder Flucht-Reaktion veranlasst das Gehirn, dass durch Nervenbahnen des vegetativen Nervensystems Impulse an das Nebennierenmark gesendet werden. Diese bewirken dort eine schlagartige Freisetzung von Adrenalin, das u.a. das Herzminutenvolumen, die Körperkraft (Muskeltonus) und die Atemfrequenz erhöht. Bei einer Dauerbelastung werden zusätzlich stoffwechselanregende Hormone wie Cortisol von der Nebennierenrinde ins Blut abgegeben, da das Adrenalin zwar sofort, aber nur für kurze Zeit, wirksam ist. Diese Reaktionen liefern die Energie für überlebenssicherndes Verhalten, das in einer Stresssituation angemessen ist: Kampf oder Flucht. Eine längerfristige Kampf-Flucht-Reaktion ist von der Natur nicht geplant. Da unser Körper aber ein Meister der Anpassung ist, denkt er sich irgendwann nichts mehr dabei, dass permanent Stresshormone ausgeschüttet werden. Dieser Zustand wird für ihn zum Normalzustand. Genauso ist es natürlich auch mit einer verringerten Ausschüttung von Endorphinen und anderen Glückshormonen. Das heißt, Du bist über die Ausschüttung der Hormone an Deine Gefühle gebunden. Deine Gefühle sind zu einer Gewohnheit geworden. Du hast Dir sozusagen Deinen Seinszustand erschaffen, von dem Du erst einmal nicht mehr so einfach los kommst. Es sei denn, Du veränderst diese Gewohnheit wieder, indem Du aktiv über die Hormonausschüttung in diesen Prozess eingreifst.

 

Das erfreuliche ist, dass die Wissenschaft erkannt hat, dass es nur ungefähr 21 Wiederholungen braucht, bis ein neues Verhalten für Deinen Körper zur Gewohnheit wird. Das bedeutet, Du brauchst im Prinzip nur etwa 21 mal richtig viele Glückshormone auszuschütten, um Deinen Hormonhaushalt wieder zu regulieren. Wenn Du über viele Jahre in einem depressiven Seinszustand gelebt hat, können natürlich auch mehr als 21 glückliche Momente nötig sein, um Deinen Seinszustand zu verändern. Aber wie häufig es nötig ist, sei einmal dahingestellt.

 

Entscheidend ist doch nur, dass DU tatsächlich dazu in der Lage bist, Deinen Zustand eigenmächtig zu verändern!


Coachingübung: Fragen zum Gefühl

Wie geht es Dir mit Deiner Selbstbeobachtung? Hast Du Deine Gefühlswelt schon ein bisschen besser kennengelernt? Zur Selbstreflektion helfen Dir diese Fragen:
  • Welche Gefühle begleiten Dich über den Tag?
  • Gibt es ein bestimmtes Gefühl, dass Du besonders oft spürst?

  • Könnte es sein, dass dieses Gefühl zur Gewohnheit geworden ist?

  • Bei einer Trauerphase (Trennung, Verlust, Todesfall): Wie lange trauerst Du schon? Hast Du die Trauer bisher verdrängt oder hast Du Dir erlaubt richtig zu trauern?

  • Lehnst Du bestimmte Gefühle ab?

  • Hast Du Angst vor bestimmten Gefühlen?

  • Sind Deine momentanen Gefühle weiterführend hilfreich oder eher hinderlich?

  • Was genau wird durch Dein Gefühl erschwert oder behindert?

  • Worauf musst Du deshalb verzichten oder was musst Du erdulden?

  • Was sind die Folgen des wenig hilfreichen Gefühls?

  • Werde Dir noch einmal klar über Deine Lieblingsgefühle. Welche 3 Gefühle spürst Du am Liebsten in Dir? (Wiederhole bei Bedarf gerne dieses Kapitel: Das Gesetz der Schwingung)
  • Gelingt es Dir schon ein bisschen, Dich im Alltag aktiv mit Deinen Lieblingsgefühlen zu verbinden? Was kannst Du täglich dafür tun?

Bitte nimm Dir Zeit und beantworte alle Fragen schriftlich.


Aufgabe: Erkenne Dich im anderen

Wenn Dich an einem anderen Menschen etwas freut, stört, ärgert, nervt oder wütend macht, dann hat das immer etwas mit Dir selbst zu tun. Wir sehen immer nur das, was in uns selbst abläuft. Gerade in Konflikten und Streitsituationen, zeigt Dir Dein Gegenüber immer das, was in Dir selbst noch heilen darf. Angenommen Du kommst oft in Situationen, in denen sich andere gegenüber Dir aggressiv verhalten. Dann ist das ein Indiz dafür, dass Du selbst eine unterdrückte Wut in Dir trägst. Gerade die Situationen, die wir nicht mögen, denen wir am liebsten aus dem Weg gehen möchten, sind so gesehen eine Chance unsere alten blockierten Emotionen in uns aufzuspüren und abzubauen.

 

Wenn durch einen anderen Menschen bestimmte Gefühle in Dir geweckt werden, versuche einmal nicht in Abwehr oder Angriff zu gehen, sondern innezuhalten und Dich selbst und Deine körperlichen Reaktionen zu beobachten.  

  • Was passiert gerade in Dir? Was bewegt sich in Dir? Zu welche emotionalen und körperlichen Regungen kommt es in Dir? (Anspannungen, Verkrampfungen, ein Kloß im Hals, ein Druck im Bauch, schneller Atem etc.)
  • Was möchte Dir diese Situation zeigen, wenn Du den Standpunkt einnimmst, dass das, womit Du im Außen konfrontiert wird, etwas mit Dir und Deinem Inneren zu tun hat?
  • Gibt es vielleicht alte Ängste oder alten Ballast den Du noch in Dir trägst? Kannst Dich an eine vergangene Erfahrung erinnern, die damit zu tun haben könnte? (Beispiel: Dein Partner bittet Dich Dein dreckiges Geschirr in die Spülmaschine zu stellen und in Dir kommt aufgrund dieser Aussage eine verhältnismäßig übertriebene Wut hoch. Beispiel für eine alte Erfahrung: Deine Eltern haben Dich damit bestraft, Dein Zimmer aufräumen zu müssen.)

Übe Dich auch in den Situationen, die Dir nicht gefallen, in die volle Selbstverantwortung zu gehen und Deine Aufmerksamkeit auf Dich zu richten und bei Dir zu bleiben. 


Tipp: Wie gelingt es Dir alle Gefühle zuzulassen?

Alle Gefühle kannst Du zulassen, indem Du Dich nicht mehr gegen bestimmte Gefühle wehrst, sondern all Deine Gefühle annimmst – auch die, die sich erst einmal nicht gut anfühlen. Wenn mich früher z.B. das Gefühl der Eifersucht überrollt hat, bin ich herumgelaufen und habe meine Aufmerksamkeit vollkommen auf das Außen gerichtet. Ich habe versucht, vor dem Gefühl davon zu laufen. Doch das kann nicht funktionieren. Denn das Gefühl ist in uns. Je öfter wir ein Gefühl wegdrücken, nicht zulassen oder ignorieren, desto heftiger wird es werden. Bei verdrängten Ängsten kann sich das bis zu Panikattacken steigern. 

 

Um ein Gefühl, dass sich für Dich nicht gut anfühlt, zuzulassen, ist es wichtig, dass Du Deine volle Aufmerksamkeit auf Dich selbst, nach Innen und vor allem auf Deinen Körper richtest. Das heißt, wenn Dich ein unangenehmes Gefühl überkommt, dann setze Dich hin oder, wenn es Dir möglich ist, lege Dich sogar auf den Boden oder ein Matte mit dem Rücken nach unten, strecke Deine Arme und Beine vom Körper weg, Deine Handinnenflächen zeigen nach oben. 

 

Nun konzentriere Dich ganz auf Deinen Körper und spüre wie sich Dein Körper anfühlt. Wo bist Du angespannt? Wie atmest Du? Versuche dann ganz bewusst Deine Atemzüge in die Länge zu ziehen und in die Körperreaktionen, wie z.B. das schnell schlagende Herz oder den angespannten Bauch hinein zu atmen und die Anspannungen in Deinem Körper zu lösen. Mache Deine Muskeln ganz bewusst locker und lasse Deine Atemzüge immer ruhiger werden. Je mehr Du es schaffst, Deinen Körper zu entspannen, desto schneller wird auch das Gefühl verschwinden.

 

Meine Gefühle waren so verdrängt und blockiert, dass ich ungefähr zwei Jahre lang an Panikattacken gelitten habe. Mit dieser Methode ist es mir gelungen die Panikattacken zu überwinden.


Erinnerung

Ob Du Deinen Weg erfolgreich in Deinen Wunschzustand und Dein Wunschleben gehst, hängt zu einem großen Teil von Deinem täglichen Praxistraining ab. Ich würde sogar behaupten, es hängt zu hundert Prozent davon ab. Du kannst jeden Tag zuverlässig Deine Lektionen durchlesen, denn die Dinge zu verstehen, gibt uns auf der Verstandesebene eine gewisse Sicherheit. Doch wenn es beim Lesen bleibt und Du nicht ins Tun kommst, dann wird sich Dein Zustand und Dein Leben nicht verändern. Die Dinge zu verstehen ist noch nicht einmal notwendig für eine Veränderung, hierfür ist nur die Erfahrung wichtig. Wenn Du momentan nur wenig Zeit zur Verfügung hast, dann verschiebe das Lesen der Informationen auf später und erledige lieber die Coachingübungen und Aufgaben. 

 

Gerne kannst Du Dir diese Erinnerung für Deine täglichen Routinen ausdrucken. Die einzelnen Punkte auf der Liste haben sich für mich sehr bewährt und dienen für Dich als Inspiration. Je besser Du Dich selbst kennenlernst, desto einfacher wird es Dir fallen, Deine ganz eigenen Routinen zu entdecken.


Inspiration

Podcastfolge: Anleitung für Gefühle - Wie Dir Deine Gefühle dabei helfen, die Depressionen zu überwinden

Video: Was Du tun kannst, wenn Dich Deine Gefühle überrollen


 

Glücksbotschaft

 

"Du bist nicht Deine Gefühle, Du hast Gefühle."

 

Du kannst unendlich stolz auf Dich sein, dass Du es bereits bis hier geschafft hast und jeden Tag weiter machst. Ich bin sehr stolz auf Dich! 

 

Letzten Endes geht es im Leben gar nicht um ein bestimmtes Ziel. Es geht um das Gefühl, dass man empfindet, wenn das Ziel erreicht ist. 

 

Gefühle sind nicht etwas, dass von Außen in Dich hinein getan wird. Deine Gefühle werden in Dir erzeugt und diesen Prozess kannst Du aktiv beeinflussen. Du bist in der Lage, ein Gefühl zu Deinem Seinszustand zu machen, ohne dass sich im Außen etwas verändert.

 

Deine Andrea 


Affirmation als Handyhintergrund


Zusammenfassung:

  • Deine Gefühle sind eine Reaktion auf Deine Wahrnehmung.
  • Du bist über die Ausschüttung der Hormone an Deine Gefühle gebunden.
  • Depressionen sind Gefühle, die zur Gewohnheit geworden sind.
  • Es dauert ungefähr 21 Wiederholungen bis ein neues Verhalten für Deinen Körper zur Gewohnheit wird.