Die Liebe

 

"Es ist die Liebe, die die Welt im Innersten zusammenhält!" 

Johann Wolfang von Goethe

 

Die Liebe oder auch das Göttliche, was nur ein anderes (teilweise leider sehr negativ behaftetes Wort) für die Liebe ist, ist die große Macht im Universum. Gott ist die Liebe und in allem, was ist. Gott, also die Liebe unterscheidet nicht zwischen gut und böse.

 

Wir können aus Liebe traurig sein, genauso wie wir aus Liebe voller Freude sein können. Wir können aus Liebe wütend und verzweifelt sein, genauso wie wir aus Liebe in Frieden und voller Hoffnung sein können. Wir können aus Liebe misstrauisch und eifersüchtig sein, genauso wie wir aus Liebe voller Vertrauen sein können. Wir können aus Liebe leiden und hassen, genauso wie wir aus Liebe glückselig und mitfühlend sein können.

 

Die Liebe (Gott) würde Dich niemals dafür bestrafen, weil Du Fehler machst. Die Liebe würde Dich niemals dafür bestrafen, weil Du wütend, traurig, verzweifelt oder voller Hass bist. Die Liebe würde Dich niemals böse nennen, weil Du tust, was Du tust. Denn die Liebe weiß, warum Du tust, was Du tust. Du bist nicht hier, um perfekt zu sein. Du bist nicht hier, um ein Engel zu sein. Du bist hier, um das Leben in seiner Vielfältigkeit zu erfahren. Die Aufgabe ist, immer selbst zu wählen, wer Du als Mensch sein möchtest und gleichzeitig zu akzeptieren, dass Du ein Mensch bist. Und ein Mensch besteht nun einmal aus beiden Seiten. Aus Liebe und Licht und gleichzeitig auch aus der Dunkelheit, dem Unterbewussten, den negativen Erfahrungen, die uns geprägt haben: dem Ego, das überleben möchte.

 

Es ist nicht die Liebe, die uns bestraft, wenn wir Fehler machen, wenn wir "böse" sind - wenn wir Mensch sind. Es sind andere Menschen, die uns dafür bestrafen. 

Ein Gedicht von Erich Fried - Was es ist

 

Es ist Unsinn, sagt die Vernunft.

Es ist was es ist, sagt die Liebe

Es ist Unglück, sagt die Berechnung.

Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst.

Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht.

Es ist was es ist, sagt die Liebe.

Es ist lächerlich, sagt der Stolz.

Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht.

Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung.

Es ist was es ist, sagt die Liebe.

 

Meine Ergänzungen:

 

Du musst lieb sein, sagt der Mensch.

Das ist falsch, sagt der Mensch.

Das ist böse, sagt der Mensch.

Du bist schuldig, sagt der Mensch.

Du musst bestraft werden, sagt der Mensch.

Du musst büßen, sagt der Mensch. 

 

Du darfst alles sein, was Du sein möchtest, sagt die Liebe.

Du darfst jeden Tag neu wählen, wer Du sein möchtest, sagt die Liebe.

 

Die Liebe verbietet nichts. Die Liebe lässt alles sein, wie es ist. Die Liebe überlässt es uns selbst, wer wir in diesem Leben sein möchten. Das ist unser freier Wille in diesem Dasein. 

Wie kannst Du die Liebe fühlen?

Warum wir im Laufe unseres Lebens nach Liebe suchen und uns nicht geliebt fühlen, liegt zu einem großen Anteil daran, dass wir mit unseren Sinnen, mit unserem Sein, nach außen orientiert sind und denken, dass die Liebe von Außen, zum Beispiel über einen anderen Menschen, zu uns kommt. Doch, ob wir uns geliebt fühlen oder nicht, hat mit der Liebe der anderen tatsächlich nichts zu tun.

  • Wann fühlst Du Dich denn geliebt?

  • Fühlst Du Dich geliebt, wenn der andere Dich liebt?

  • Oder fühlst Du Dich geliebt, wenn Du den anderen liebst? 

Der große Irrtum über die Liebe ist, dass wir davon ausgehen, dass wir uns geliebt fühlen, wenn der andere uns liebt und dass wir uns nicht geliebt fühlen, wenn der andere uns nicht liebt. Doch so funktioniert die Liebe nicht. So funktioniert die Gefühlswelt nicht, denn die Gefühle springen nicht von den anderen auf uns über, sondern entstehen in uns selbst.

 

Wenn Du einen Menschen kennenlernst und Dich dann geliebt fühlst, liegt das daran, weil dieser Mensch das Gefühl der Liebe in Dir auslöst. Das bedeutet, Du erkennst etwas im anderen, dass die Liebe in Dir auslöst. Und was Du da erkennst, ist nichts anderes als die Liebe selbst, als die Göttlichkeit. Im Endeffekt erkennst Du Deine eigene Göttlichkeit im anderen. Denn durch den anderen, erkennst Du Dich selbst. Der andere ist immer ein Spiegel Deiner selbst.

 

Gerade die Menschen, die sich in ihrem Leben nicht geliebt fühlen und nach Liebe suchen, haben in ihrem Leben häufig Erfahrungen gemacht, die sie entwurzelt haben. Sie sind vielleicht schlecht behandelt oder vernachlässigt worden und haben sich nicht wirklich willkommen gefühlt. Aufgrund der Erfahrungen die sie gemacht haben, haben sie für sich geschlussfolgert, dass sie nicht geliebt oder liebenswert sind. Dies kann auch eine Erfahrung sein, die so lange zurück liegt, dass wir uns vom Verstand her überhaupt nicht daran erinnern können. Vielleicht haben wir nicht genug Muttermilch abbekommen, alleine das könnte schon der Grund für unsere Selbstzweifel im späteren Leben sein. Die Ursache, warum wir uns haltlos, nicht angenommen oder ungeliebt fühlen, warum wir Ängste haben und uns alleine und verlassen fühlen, können sehr versteckt sein. Doch wir müssen nicht wissen, was der Grund dafür ist, um uns zu heilen.

 

Die tiefe Sehnsucht, die wir in ins tragen, ist meiner Meinung nach eine Sehnsucht, nach der Liebe in uns selbst, von der wir, aufgrund unserer Erfahrungen und Verletzungen, abgetrennt sind. 

 

Ob Du Dich geliebt fühlst, ist nicht etwas, dass passiert, weil Dir von Außen Liebe entgegen gebracht wird. Wenn Dir jemand sagt oder zeigt, dass er Dich liebt, hat das nichts damit zu tun, dass Du Dich geliebt fühlst. Die Liebe ist etwas, dass sich in Deinem Inneren befindet und sich dann entwickelt, wenn Du Dich aktiv daran machst, sie zu entwickeln. Die Liebe, die so viele Menschen im Außen suchen, ist in Wahrheit überhaupt nicht im Außen, sondern tief in uns drinnen, hinter den Ängsten und Verletzungen, hinter der Schuld und der Scham.

 

Du kannst Dich nur vollkommen und bedingungslos geliebt fühlen, wenn Du Dir eine eigene stabile, Identität aufbaust, die dem entspricht, wie Du leben und Dich fühlen möchtest.

 

Wenn Du den Schmerz und die dazugehörenden Ängste in Dir heilst, wirst Du Dich Schritt für Schritt der Liebe in Dir nähern. Dafür musst Du nicht einmal wissen, was das für schmerzhafte Erfahrungen waren. Denn Heilung entsteht in Deinem Herzen, nicht in Deinem Verstand. 

 

Du bist unendlich wertvoll und geliebt, einfach weil Du hier bist und lebst. Du bist vollständig – ganz für Dich alleine. Und genau auf diesem Weg findest Du auch Deine Liebe in Dir. Sei hier und lebe DICH. Lerne Dich selbst kennen und entdecke, was Dich hier in diesem Leben wirklich erfüllt (ganz unabhängig von anderen Menschen), dann wirst Du auch die Liebe finden. Deine Gabe zu entdecken und zu leben hilft Dir dabei, die Liebe in Dir zu finden.


 

 

Selbstliebe - eine Rede von

Charlie Chaplin

 

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, erkannte ich, dass Seelenschmerz und emotionales Leiden nur Warnzeichen sind dafür, dass ich entgegen meiner eigenen Wahrheit lebe. Heute weiß ich, das ist AUTHENTISCH SEIN.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, verstand ich, wie sehr es jemanden beeinträchtigen kann, wenn ich versuche, diesem Menschen meine Wünsche aufzuzwingen, auch wenn ich eigentlich weiß, dass der Zeitpunkt nicht stimmt und dieser Mensch nicht dazu bereit ist – und das gilt auch, wenn dieser Mensch ich selber bin. Heute nenne ich das RESPEKT.

  

Als ich mich selbst zu lieben begann, hörte ich auf, mich nach einem anderen Leben zu sehnen, und ich konnte sehen, dass alles, was mich umgibt, mich einlädt zu wachsen. Heute nenne ich dies REIFE.

  

Als ich mich selbst zu lieben begann, verstand ich, dass ich mich in allen Umständen stets zur rechten Zeit am richtigen Ort befinde und alles genau zum richtigen Zeitpunkt geschieht. Von da an konnte ich gelassen sein. Heute nenne ich dies SELBST-VERTRAUEN.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich es sein lassen, mir meine eigene Zeit zu stehlen, und ich hörte auf, große Zukunftsprojekte zu entwerfen. Heute mache ich nur das, was mir Freude bereitet und mich glücklich macht, Dinge, die ich gerne tue und die mein Herz zum Lachen bringen und ich tue sie auf meine Weise und in meinem Rhythmus. Heute nenne ich das EINFACHHEIT.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, befreite ich mich von allem, was nicht gesund ist für mich – Nahrung, Menschen, Dinge, Situationen – und von allem, was mich herunterzieht und mich von mir wegzieht. Erst nannte ich diese Haltung einen „GESUNDEN EGOISMUS“. Heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, ließ ich es sein, immer Recht haben zu wollen, und seitdem habe ich mich viel weniger geirrt. Heute habe ich erkannt, das ist BESCHEIDENHEIT.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich mich geweigert, weiterhin in der Vergangenheit zu leben und mich um die Zukunft zu sorgen. Jetzt lebe ich nur für diesen Augenblick, wo ALLES stattfindet. Heute lebe ich jeden Tag einfach nur Tag für Tag, und ich nenne es ERFÜLLUNG. 

 

Als ich mich selbst zu lieben begann, erkannte ich, dass mein Denken mich verstören, unruhig und krank machen kann. Doch als ich es mit meinem Herzen verbunden hatte, wurde mein Verstand ein wertvoller Verbündeter. Diese Verbindung nenne ich heute WEISHEIT DES HERZENS.

 

Wir brauchen uns nicht länger fürchten vor Argumenten, Konfrontationen oder vor jeglicher Art von Problemen mit uns selbst oder mit anderen. Selbst Sterne stoßen zusammen, und aus ihrem Zusammenprall werden neue Welten geboren. Heute weiß ich, das ist LEBEN.


Wege zur Selbstliebe

 

"Den Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe. Je mehr wir zu lieben und uns hinzugeben fähig sind, desto sinnvoller wird unser Leben." 

Hermann Hesse

 

1. Lerne, auf Kritik zu verzichten.

Kritik ändert nichts. Kritik macht nichts besser. Das Gegenteil ist der Fall. Hör auf, Dich selbst zu kritisieren. Hör auf, andere zu kritisieren. Akzeptiere Dich so, wie Du bist und nehme die Andersartigkeit der anderen an. Jeder Mensch ist unterschiedlich und hat seine ganz persönliche Geschichte, Wahrnehmung und Vorstellung von der Welt und ganz individuelle Werte und Bedürfnisse. Anstatt zu kritisieren, teile stattdessen Deine Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse mit.

 

2. Lass Deine Vergangenheit hinter Dir.

Wie schon im Kapitel Vergangenheit erwähnt, ist es unglaublich wichtig für Deine Selbstliebe, Deine Vergangenheit hinter Dir zu lassen. Du hast damals getan, was Du konntest, entsprechend dem Wissen und der Bewusstheit, über die Du damals verfügt hast. Du hast aus Deinen Fehlern gelernt und wirst Dein Leben zukünftig anders leben. Vergib auch den anderen für ihre Fehler. Sie wissen es momentan nicht besser. Wenn Du Dir immer wieder bewusst machst, dass Menschen in ihrem Wissen und in ihrer Bewusstheit auf verschiedenen Stufen stehen, dann kannst Du für ihr Handeln automatisch mehr Verständnis aufbringen. Betrachte Deine Mitmenschen mit Augen des Mitgefühls und der Liebe und stelle Dich immer auf den Standpunkt, dass sie stets ihr Bestes, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, geben. 

 

3. Fürchte und sorge Dich nicht.

Wovor hast Du Angst? Was besorgt Dich? Hast Du Angst, krank zu werden, geliebte Menschen zu verlieren oder Deinen Arbeitsplatz zu verlieren? In Angst und Sorgen zu leben macht uns krank. Terrorisiere Dich nicht mit ängstlichen Gedanken. Das ist eine schreckliche Art zu leben. Finde innere Bilder, die Dir Freude schenken. Das Leben ist nicht kontrollierbar. Leben ist Veränderung. In der nächsten Sekunde ist nichts mehr wie vorher. Es macht überhaupt keinen Sinn Dir die ganze Zeit Sorgen zu machen und gedanklich um Deine Probleme zu kreisen. Damit veränderst Du überhaupt nichts, nur Deinen eigenen Seinszustand.

 

Um Deine sorgenvollen Gedanken aktiv zu verändern, gehst Du am effektivsten folgendermaßen vor.

  

Umwandlung eines Gedanken: 

  1. Werde Dir Deines destruktiven Gedanken bewusst. Nimm wahr, dass Du einen destruktiven Gedanken denkst.
  2. Arbeite mit einer Gedankenstütze. Zum Beispiel ein Armband, dass Du jedes mal, wenn Du Dich bei einem negativen Gedanken erwischst, auf Dein andere Handgelenk stülpst.
  3. Erforsche die Ursache Deines Gedanken. Warum hast Du zum Beispiel Angst davor, etwas nicht zu schaffen oder Deinen Arbeitsplatz zu verlieren?
  4. Lächle innerlich. Nimm Deinen Gedanken mit Neugierde wahr. Sei stolz darauf, dass Du Dich dabei erwischt hast, destruktiv zu denken. Nimm Dich gedanklich hierfür liebevoll in den Arm und freue Dich darüber. Denn nur, weil Dir der Gedanke aufgefallen ist, kannst Du aufhören ihn weiter zu denken und ihn durch einen Gedanken, der Deinem Wohl dient, ersetzen.
  5. Ändere Deinen Gedanken in einen konstruktiven Gedanken. 

4. Sei liebevoll, freundlich und geduldig mit Dir.

Gehe liebevoll, freundlich und geduldig mit Dir um. Du entwickelst Dich jeden Tag weiter. Das Leben ist eine ewige Schule und Du lernst immer wieder Neues dazu. Es brauch Zeit und Übung neue Erfahrungen zu sammeln und andere Denkweisen zu lernen. Behandle Dich selbst so, wie Du Deine beste Freundin, Deinen besten Freund behandelst.

  

5. Behandle Dich gut.

Es bringt Dir überhaupt nichts, Dich für irgendetwas zu hassen oder Dich selbst zu verletzen. Hasse Dich nicht dafür, dass Du bestimmte Gedanken denkst oder Gefühle fühlst. Nehme Dich lieber gedanklich liebevoll in den Arm und ersetze negative, selbst sabotierende Gedanken durch lebensbejahende Gedanken und nimm Dich mit allen Deinen Licht- und Schattenaspekten an. Wir sind Menschen und keine Engel.

 

6. Lobe Dich.

Kritik schwächt. Lob baut auf. Lobe Dich so oft wie möglich. Sage Dir auch bei kleinen Dingen, wie gut Du etwas gemacht hast. Mache Dir selbst kleine Geschenke. Erkenne Deine Erfolge an. Dies können Erfolgserlebnisse sein, wie zum Beispiel, dass Du einen Menschen, der Dich kritisiert hat, mit Augen der Liebe sehen konntest. Dass Du den ganzen Tag gut gelaunt warst. Dass Du gut für Dich und Deinen Körper gesorgt hast. Dass Du eine halbe Stunde Yoga gemacht hast. Die Liste ist endlos lang. Hierfür ist es gut, wenn Du Dir einmal Gedanken darüber machst, was genau für Dich eigentlich Erfolg bedeutet. Erfolg muss nichts Materielles darstellen. Ein Erfolg kann genauso gut sein, bestimmte Gefühle zu empfinden oder Dir etwas Gutes getan zu haben. Entdecke Deine ganz individuellen Erfolgserlebnisse und belohne Dich dafür.

 

7. Unterstütze Dich.

Finde Möglichkeiten, Dich selbst zu unterstützen und gut für Dich zu sorgen. Lass Dir von Freunden helfen. Es ist ein Zeichen von Stärke, andere um Hilfe zu bitten, wenn man Hilfe benötigt. Suche Dir, wenn nötig, professionelle Hilfe.

  

8. Gehe liebevoll mit Deinen Fehlern um.

Du hast Deine negativen Denkmuster und Gewohnheiten selbst erschaffen, um bestimmte Bedürfnisse in Deinem Leben zu erfüllen. Jeder Glaubenssatz hatte seine Daseinsberechtigung. Jetzt entdecke neue, positive Möglichkeiten zur Erfüllung dieser Bedürfnisse. Löse Dich liebevoll von den alten, negativen Mustern. Verurteile Dich nicht dafür, wenn Du Fehler machst. Es ist in Ordnung, Fehler zu machen. Akzeptiere den Fehler. Was geschehen ist, ist geschehen. Mache es einfach beim nächsten mal besser.

 

9. Kümmere Dich gut um Deinen Körper.

Ehre und pflege den Tempel, in dem Du lebst. (Mehr dazu im Kapitel: Der Körper)

  

10. Freue Dich Deines Lebens.

Vergesse bei allem Tun niemals die Lebensfreude. Bringe diese Freude täglich zum Ausdruck. Erinnere Dich an Dinge, die Dir als Kind Freude gemacht haben und baue diese in Deinen Alltag ein. Mache bewusst schöne Dinge, die Dir gut tun. Lache jeden Tag. Wenn Du in einer depressiven Phase steckst, dann kann es sein, dass Dir überhaupt nichts mehr Freude bereitet. Hier ist es ganz wichtig, die Dinge trotzdem zu tun. Die Freude wird irgendwann zu Dir zurückkehren. 

 

11. Liebe Dich – und zwar jetzt.

Warte nicht damit, bis es Dir besser geht oder bis Du abgenommen hast, den Traumjob oder den Wunschpartner gefunden hast. Beginne JETZT mit der Selbstliebe. Wir sind nicht hier, um irgendwo anzukommen. Wir sind hier, um immer weiter zu gehen.

 

12. Praktiziere Spiegelarbeit.

Schaue Dir im Spiegel oft tief in die Augen. Bringe die Liebe zu Dir selbst zum Ausdruck. Sage mindestens einmal täglich zu Dir: Ich liebe Dich. Ich liebe Dich wirklich und verbinde Dich aktiv mit dem Gefühl der Liebe in Dir.

 

Wenn es Dir gelingt, diese 12 Wege nach und nach zu gehen, dann wirst Du Dir langfristig eine stabile Selbstliebe aufbauen, die so schnell nichts mehr erschüttern kann. Nicht nur Du wirst Dich dadurch verändern, sondern Dein ganzes Leben wird sich verändern. Wenn Du selbst Liebe lebst, wirst Du Dich geliebt fühlen und Liebe anziehen.


Aufgabe 1: Selbstliebe

Wie behandelst Du Dich eigentlich selbst? Beobachte Dich doch einmal bei den banalsten Dingen, die Du täglich erledigst. Das geht schon morgens im Bad los. Wie wäschst Du Dich? Schrubbst Du Dich oder streichelst Du den Schaum über Deine Haut? Wie cremst Du Dich ein? Klatscht Du Dir die Creme ins Gesicht, oder massierst Du sie sanft ein? Wie kämmst Du Dir die Haare? Reißt Du an der Bürste herum, oder gleitet sie behutsam über Dein Haar? 

 

Deine Selbstbeobachtung geht weiter mit dem Anziehen Deiner Kleidung. Fühlst Du Dich wohl in Deiner Kleidung oder kratzt irgendetwas? Drückt vielleicht der Knopf der Jeans in Deinen Bauch? Haben es Deine Füße in Deinen Schuhen bequem oder drückt es irgendwo?

 

Wie nimmst Du Deine Mahlzeiten ein? Wie hegst, umsorgst und pflegst Du Dich?

 

Dieses Spiel kannst Du den ganzen Tag lang so weiter machen. Beobachte Dich ganz achtsam bei allen Dingen, die Du tust und erinnere Dich immer wieder an einen besonders liebevollen Umgang mit Dir selbst. 


Aufgabe 2: Das Leben genießen

Wenn man sehr lange in einem Zustand der Negativität und Depressivität verbracht hat, dann kann es passieren, dass man nicht mehr in der Lage ist, das Leben zu genießen. Doch das Leben zu genießen kann man, wie eine Sportart, neu lernen.  

  • Gibst Du Dir selbst die Erlaubnis, das Leben zu genießen?

Das Leben zu genießen verlangt Offenheit dafür. Viele Menschen haben sich meist aus unbewussten Gründen vor dem Genuss des Lebens verschlossen. Manchmal haben sie einfach Angst vor etwas, oder sie möchten sich selbst oder andere (unbewusst) bestrafen oder auch gegen etwas rebellieren. Für manche Menschen ist der Fokus auf das Schöne ein Privileg, dass sie selbst nicht verdient haben, oder auch etwas Negatives, etwas Oberflächliches, dass nur egoistische Menschen machen. Fühlst Du Dich egoistisch, wenn Du Dich freust, aber z.B. Menschen in Deiner Umgebung negativ und depressiv sind? 

  

Stelle Dir einen festen Plan auf, der vorsieht, wann Du übst, dass Leben wieder zu genießen. Es ist wichtig, dass Du Dir hier in der Woche feste Termine setzt und Dir z.B. jeden Tag eine kurze und am Wochenende auch eine längere Phase des Genusses gönnst. Ein kurzer Genuss wäre z.B. eine Tasse Tee oder einen Kaffee ohne Ablenkung auf einer Bank im Sonnenschein zu genießen. Ein längerer Genuss wäre z.B. ein Spaziergang in der Natur oder einfach mal ein paar Stunden auf dem Sofa zu liegen und ein gutes Buch zu lesen. 

 

Trainingsregeln: 

  • Die Zeit des Genusses erlebst Du mit Dir alleine oder mit positiven Menschen.

  • Konzentriere Dich während Deiner Genusszeit bewusst auf Deine Sinne und atme bewusst.

  • Negativen Gedanken (Sorgen, Grübeleien) haben in Deiner Genusszeit Pause. Wenn Gedanken kommen, halte nicht an ihnen fest, sondern lasse sie wie Wolken vorbeiziehen. Stoppe diese Gedanken z.B. bewusst mit dem Satz: „Stopp, Du hast jetzt Pause, jetzt bin ich dran.“ 


Coachingübung 1: Fragen zur Liebe

  • Was bedeutet Liebe für Dich?
  • Wieviel Liebe bringst Du Dir aktuell selbst entgegen?
  • Wieviel Liebe bringst Du aktuell anderen Menschen entgegen?
  • Wieviel Liebe bringst Du aktuell Mutter Erde und der Natur mit Ihren Lebewesen entgegen?
  • Was tust Du aktuell um Liebe in Dein Leben zu bringen?
  • Was kannst Du aktiv tun, um in Zukunft mehr Liebe in Dein Leben zu bringen?
  • Welche drei Dinge kannst Du täglich aktiv tun, um Dich selbst mehr zu lieben?
  • Wie möchtest Du Dich ab heute behandeln? Wie möchtest Du zu Dir sein?
  • Welche Gedanken oder auch Affirmationen unterstützen Dich dabei, Deine Selbstliebe aufzubauen? 

Bitte nimm Dir Zeit und beantworte alle Fragen schriftlich.


Coachingübung 2: Was bedeutet Erfolg für Dich?

Finde Deine eigene Definition, was Erfolg für Dich bedeutet. Hierbei geht es nicht darum, was die Menschen in Deiner Umgebung über Erfolg denken, sondern einzig und alleine DU.

  • Was bedeutet es für Dich erfolgreich zu sein?
  • Was sind kleine und große Erfolgserlebnisse für Dich?
  • Woran erkennst Du, dass Du erfolgreich bist?
  • Wann fühlst Du Dich erfolgreich?
Bitte nimm Dir Zeit und beantworte alle Fragen schriftlich.

Übung: Frieden nach einem Konflikt

Setze Dich nach einer Streitsituation auf einen Stuhl oder auf ein Meditationskissen. Richte Deine Wirbelsäule auf. Lege Deine linke Hand mit der Handinnenfläche nach oben auf deinem Oberschenkel ab. Lege Deine rechte Hand auf Dein Herz. Schließe Deine Augen und atme tief ein und aus. Konzentriere Dich auf Deinen tiefen Atem und auf Deinen Herzschlag. Stelle Dir vor, Du würdest in Dein Herz atmen. Verbinde Dich auf diese Weise mit Deinem Herzen. Dein Herz steht für die Liebe.

 

Versuche nun Deinen Streitpartner mit Augen der Liebe und des Mitgefühls zu sehen. Betrachte die Handlung des anderen Menschen nicht mehr als einen Angriff auf Dich, sondern drehe das Ganze um. Werde Dir klar darüber, dass sich der andere in der Situation nicht anders verhalten konnte. Sein Verhalten hat mehr mit ihm selbst, als mit Dir zu tun. Er konnte Dir momentan keine Liebe oder Mitgefühl geben. Er hat Dich vielleicht verletzt. Dies hat er aber nicht getan, um Dich zu verletzen, sondern weil er in sich selbst verletzt ist und in der Situation nicht anders handeln konnte. Auf diesem Weg hat er nur versucht sich selbst zu schützen. Ihm sind andere Wege noch nicht bekannt. Auch er befindet sich in einer Entwicklung, genau wie Du.

 

Durch diese Sichtweise wird es Dir gelingen, Deine Wut in Verständnis und vielleicht sogar in Mitgefühl umzuwandeln.


Inspiration

Podcastfolge: Was ist Liebe?

Podcastfolge: Die Borderline-Liebe: Fluch oder Segen?